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Hitze in der Schwangerschaft: Was dir jetzt wirklich hilft

  • 29. Juli
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Juli

Dreissig Grad im Schatten, dir ist heiss, deine Beine fühlen sich schwer an.

Hitze in der Schwangerschaft ist nicht einfach nur unangenehm. Dein Körper leistet gerade sowieso mehr, und die Hitze kommt obendrauf. Kein Wunder, dass du erschöpfter bist als sonst.

Hier findest du, was wirklich hilft. Erst die Basics, dann die ayurvedische Sicht.


Inhaltsverzeichnis

  • Warum Hitze in der Schwangerschaft belastender ist

  • Tipps: Was hilft konkret bei Hitze

  • Ayurvedische Tipps bei Hitze in der Schwangerschaft

  • Was du bei Hitze vermeiden solltest

  • Wann du dich bei deiner Gynäkologin, Ärztin oder Hebamme melden solltest

  • Unterstützung und gut umsorgt

  • Häufige Fragen zu Hitze in der Schwangerschaft




Warum Hitze in der Schwangerschaft belastender ist

In der Schwangerschaft verändert sich dein Körper. Nicht nur dein Bauch wächst sichtbar. Dein Körper arbeitet für das Baby, auch wenn du gerade einfach auf dem Sofa sitzt.

Das Blutvolumen in deinem Körper steigt, damit Plazenta und Baby gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt sind. Und damit dein Körper den Blutverlust bei der Geburt besser ausgleichen kann. Damit all das Blut auch transportiert wird, schlägt dein Herz schneller. Gleichzeitig sorgen die Hormone dafür, dass sich deine Gefässe weiten.


Und jetzt kommt die Hitze dazu und macht genau dasselbe: Sie weitet die Gefässe, damit mehr Blut in die Haut fliesst und Wärme abgegeben werden kann. Zwei Dinge, die in dieselbe Richtung ziehen. Kein Wunder, dass der Kreislauf da manchmal in die Knie geht und du dich fertiger fühlst als sonst.

Dazu schwitzt du in der Schwangerschaft sowieso schneller, weil dein Stoffwechsel höher läuft und deine Haut stärker durchblutet ist. Das ist gut so, Schwitzen schützt dich vor Überhitzung. Angenehm ist es trotzdem nicht. Viele Schwangere kennen Hitzewallungen oder ein Schwitzen, das mit dem Wetter allein nichts mehr zu tun hat.


Und dann die Nächte

Besonders anstrengend wird es, wenn die Temperatur nachts nicht mehr unter zwanzig Grad sinkt. Tropennächte, in einer Zeit, in der Schlaf ohnehin schon kompliziert ist: Sodbrennen, kreisende Gedanken, keine Position, die länger als zwanzig Minuten bequem bleibt. Und dann liegst du auch noch da und schwitzt.

Kurz gesagt: Dein Körper produziert gerade mehr Wärme als sonst. Die Hitze von aussen kommt obendrauf. Das ist keine Empfindlichkeit, das ist schlicht mehr Arbeit für ein System, das schon auf Hochtouren läuft.


Ernst nehmen solltest du das trotzdem. Auch in der Schwangerschaft kann Hitze zu Dehydrierung, Kreislaufproblemen oder einem Hitzschlag führen. Weiter unten findest du, worauf du achten solltest.


So viel zum Warum. Jetzt zum Was hilft.


Tipps: Was hilft konkret bei Hitze

Das meiste davon kennst du bestimmt. Trotzdem: die Basics zuerst, das Spannende kommt danach. Denn weiter unten findest du Tipps bei Hitze in der Schwangerschaft aus dem Ayurveda.


  • Tempo rausnehmen. Dein Körper zeigt dir ziemlich deutlich, was er braucht. Nur bekommt niemand Ferien, weil es 34 Grad hat und man im siebten Monat ist. Du arbeitest, die Geschwister wollen trotzdem betreut sein, der Alltag läuft weiter. Vielleicht fängst du also kleiner an: kaltes Wasser über die Handgelenke, wann immer du am Lavabo stehst. Zehn Minuten mit hochgelegten Beinen statt Instagram. Wenn du das Tempo nicht drosseln kannst, bau dir wenigstens Ruheinseln ein.

  • Genügend trinken. Diesen Tipp haben wir wohl alle schon als Kinder gehört. Bei Hitze im Sommer sollte man idealerweise Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder lauwarme Tees trinken. Manchen hilft es, sich entweder das Glas sichtbar hinzustellen oder sich so einen grossen XXL-Trinkbecher zu besorgen.

  • Lauwarm statt eiskalt duschen. Sehr kaltes Wasser beim Duschen fühlt sich für dich vielleicht wie eine Erfrischung an. Aber eiskaltes Wasser lässt die Gefässe zusammenziehen, danach heizt dein Körper erst recht. Lauwarm kühlt nachhaltiger.

  • Pulse kühlen. Kühle Umschläge oder Wasser über Handgelenke, Nacken und Füsse erfrischen den Körper, ohne den Kreislauf zu schocken.

  • Füsse hochlegen. Mehrmals täglich, gerade bei geschwollenen Beinen. Auch ein kühlendes Fussbad kann den Körper erfrischen. Es lohnt sich auch, mit der Hebamme oder Gynäkologin über Stützstrümpfe zu sprechen. Wobei gerade bei der Hitze die Strümpfe als unangenehm erlebt werden können.

  • Mittagshitze meiden. Erledigungen, Bewegung und Termine in den Morgen legen. Oder je nach Temperaturen auch in den Abend. Wenn die Sonne sehr intensiv ist, lieber schattige und kühle Orte aufsuchen.

  • Luftige Kleidung aus Naturfasern tragen und sich dem Wetter entsprechend anziehen. Leinen zum Beispiel lässt die Haut atmen. Zudem hilft es, wenn die Kleidung nicht wie eine zweite Schicht auf der Haut klebt, sondern die Haut "Luft zum Atmen" hat.


Ayurvedische Tipps bei Hitze in der Schwangerschaft

Im Ayurveda wird Hitze dem Pitta-Prinzip zugeordnet. Pitta kommt vom Sanskritwort tapa, was "heizen" bedeutet (Quelle: Vasant Lad). Es steht für Feuer, Wärme, Intensität und Ehrgeiz.


Im Ayurveda gilt auch der Sommer als Pitta-Zeit. Und auch die Schwangerschaft ist eine Zeit von Wandlung und wie oben beschrieben, von innerer Hitze.


Kühlende Lebensmittel

Fenchel kochen Doula Ayurveda Wochenbett Bern

Oft wird kühlend essen mit kalt essen verwechselt. Dabei ist eine komplett kalte Speise für unsere Verdauung oft nicht ideal. Der Körper wird dann nicht gekühlt, sondern muss im Gegenteil mehr Energie aufwenden, um das Essen verdauen zu können. Aber auch aus ayurvedischer Sicht können im Sommer Salate und Rohkost auf dem Speiseplan stehen.



Folgende Lebensmittel sind aus ayurvedischer Sicht kühlend:

  • Gurke, Zucchini, Fenchel, Blattsalate

  • Wassermelone und süsse, reife Früchte wie Birnen, Trauben, süsse Beeren

  • Kokos in allen Formen: Kokoswasser gilt als natürliches Elektrolytgetränk, Kokosmilch im Curry oder auch Kokosraspeln über den Porridge.

  • Lassi

  • Reis, Ghee, Datteln als nährende Basis wählen

  • Frische Kräuter wie Koriander, Basilikum und Minze als Topping oder auch als Infused Water


Und ja, Glacé ist verlockend. Ayurvedisch gesehen schwächt Eiskaltes aber die Verdauungskraft. Ganz ehrlich, auch ich als Doula und Ayurvedacoachin für Frauen*gesundheit möchte im Sommer aber nicht auf Glacé verzichten. Am besten kann Glacé zum Zvieri, also mit Abstand zu anderen Mahlzeiten, verdaut werden und sollte nicht mit zum Beispiel frischen Früchten kombiniert werden.


Kühlende Rituale

  • Selbstmassage mit Kokosöl. Kokosöl gilt im Ayurveda als kühlend. Du kannst damit deinen Kopf inklusive Haare, aber auch deinen Körper massieren. Wenn die Massage am Abend durchgeführt wird, kann sie auch den Schlaf unterstützen.

  • Rosenwasserspray für Gesicht und Nacken, im Kühlschrank gelagert. Auch Pfefferminzspray wirkt kühlend und ist auf den Beinen aufgesprayt eine echte Wohltat.

  • Ruhe über Mittag. Im Ayurveda ist die Mittagszeit die Pitta-Zeit des Tages. Wer da ruht statt anstrengende Arbeiten erledigt, ermöglicht dem Körper durchzuatmen. Nicht umsonst sind in Ländern, in denen es sehr warm wird, die Einkaufsläden am Mittag bis in den Nachmittag geschlossen.


Was du bei Hitze vermeiden solltest

  • Sauna, Dampfbad und heisse Vollbäder heizen natürlich dem Körper auch ohne sommerliche Temperaturen ein. Bespreche mit deiner Ärztin, was für deinen Körper ideal ist

  • Sport und Anstrengung in der Mittagshitze

  • Lange direkte Sonne, auch wegen der Pigmentflecken, die in der Schwangerschaft schneller entstehen können

  • Grosse Mengen Eiskaltes auf einmal. Auch eiskalte Getränke

  • Sehr scharfes Essen, viel Kaffee und stark Gesalzenes

  • Frittiertes Essen

  • Durst ignorieren, «weil man sonst ständig aufs WC muss». Trink trotzdem.


Wann du dich bei deiner Gynäkologin, Ärztin oder Hebamme melden solltest:

  • du regelmässige oder schmerzhafte Kontraktionen spürst

  • dein Baby sich deutlich weniger bewegt als sonst

  • Schwindel, Kopfschmerzen oder Sehstörungen nicht verschwinden

  • du erbrichst und nichts bei dir behalten kannst

  • du Fieber hast

  • Hände, Füsse oder Gesicht plötzlich stark anschwellen

  • wenn du kaum noch Wasser lassen musst


Bei akuten Beschwerden ab in den Notfall. Lieber einmal zu viel gefragt.


Unterstützung und gut umsorgt

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Eine Doula ersetzt keine Gynäkologin und keine Hebamme. Ich bin auch nicht deine erste Anlaufstelle, wenn dir die Hitze zu schaffen macht.

Aber eine ayurvedische Schwangerschaftsmassage kannst du bei mir buchen. Eine Stunde, in der du nichts musst. Viele beschreiben ihre Beine danach als leichter und den Kopf als ruhiger. Hier findest du mein Massage Angebot in Bern.



Häufige Fragen zu Hitze in der Schwangerschaft

Warum ist Hitze in der Schwangerschaft so anstrengend?

Weil dein Körper schon von innen heizt. Das Blutvolumen ist erhöht, dein Herz schlägt schneller, die Gefässe sind geweitet. Hitze von aussen weitet die Gefässe zusätzlich. Zwei Dinge, die in dieselbe Richtung ziehen, und dein Kreislauf muss beides stemmen. Deshalb bist du bei 33 Grad schneller am Anschlag als sonst.


Wie viel soll ich bei Hitze in der Schwangerschaft trinken?

Mehr als sonst, das ist die kurze Antwort. Als Basis gelten für Erwachsene rund 1.5 Liter am Tag, bei Hitze und in der Schwangerschaft liegt der Bedarf höher. Wie viel für dich richtig ist, weiss deine Hebamme oder Gynäkologin. Am besten Wasser, verdünnte Fruchtsäfte oder lauwarme Tees über den ganzen Tag verteilt, statt alles auf einmal.


Welche Lebensmittel kühlen in der Schwangerschaft?

Aus ayurvedischer Sicht kühlen Gurke, Zucchini, Fenchel und Blattsalate, dazu Wassermelone und süsse reife Früchte, Kokos in allen Formen, Lassi sowie frische Kräuter wie Koriander und Minze. Wichtig: kühlend heisst nicht eiskalt. Sehr kalte Speisen schwächen ayurvedisch gesehen die Verdauungskraft, statt dich zu kühlen.


Was hilft bei geschwollenen Beinen im Sommer?

Füsse hochlegen, mehrmals täglich und wirklich hoch, nicht nur auf den Hocker. Dazu ein kühles Fussbad am Abend, kaltes Wasser über die Handgelenke und Bewegung in den kühleren Tageszeiten. Ob Stützstrümpfe für dich sinnvoll sind, besprich mit deiner Hebamme oder Gynäkologin. Bei plötzlicher starker Schwellung an Händen oder Gesicht meldest du dich bitte sofort.


Darf ich in der Schwangerschaft kalt duschen?

Lauwarm ist die bessere Wahl. Eiskaltes Wasser fühlt sich im Moment erfrischend an, lässt aber die Gefässe zusammenziehen, und danach heizt dein Körper erst recht. Lauwarmes Wasser kühlt nachhaltiger und schockt den Kreislauf nicht. Sauna, Dampfbad und heisse Vollbäder sind bei diesen Temperaturen ohnehin eine Ansage.



 
 
 

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